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Die Wellness-Masche - foodwatch deckt Schummel mit Wellness- und Fitnessprodukten auf

by Petra Manske last modified 2008-06-26 10:47 foodwatch

25.06.2008 foodwatch hat 27 Lebensmittel, die eine Verbesserung des Wohlgefühls oder der Leistungsfähigkeit versprechen, mit der Ampelkennzeichnung versehen. Bei keinem einzigen Produkt zeigt die Ampel durchgängig auf Grün. Vor allem der Zuckergehalt ist häufig zu hoch.

Die Wellness-Masche - foodwatch deckt Schummel mit Wellness- und Fitnessprodukten auf

copyright by foodwatch


Zu viel Zucker und Salz in Wellness-Lebensmitteln


Liebe Leute,
 
inzwischen könnte man beim Gang durch den Supermarkt glauben, ungesunde Produkte und Dickmacher seien aus den Regalen fast vollständig verschwunden. "Kauf mich, dann fühlst du dich wohl" versprechen uns immer mehr Lebensmittel. Wellness- und Fitnessprodukte, wohin man schaut. Doch viele der Lebensmittel, die angeblich unser Wohlbefinden oder die Leistungsfähigkeit steigern sollen, sind in Wahrheit stark überzuckert oder weisen hohe Salz- und Fettwerte auf. Mit vollmundigen Produktnamen, gewieften Werbeslogans und einer zahlenlastigen Nährwertkennzeichnung verwandeln die Hersteller gewöhnliche Lebensmittel in scheinbar gesunde.

foodwatch hat sich 27 vermeintliche Wellness- und Fitnessprodukte genauer angeschaut und mit Hilfe der Ampelkennzeichnung die tatsächlichen Gehalte von Inhaltsstoffen wie Zucker, Salz und Fett aufgezeigt. Alle untersuchten Produkte stammen von Herstellern der "Initiative Ausgezeichnet informiert", mit der Nestlé, Danone und Co. versuchen, die Ampelkennzeichnung für Lebensmittel zu verhindern.
 
Die foodwatch-Recherche entlarvt die Wohlfühl- und Gesundheitsversprechen der Industrie. Auf einen Blick wird deutlich, warum sich die Hersteller vor der Ampel fürchten. Rund die Hälfte der Produkte bekommt beim Zuckergehalt ein rotes Signal. Ein Beispiel: Actimel, der Trinkjoghurt von Danone, der die körpereigenen Abwehrkräfte stärken soll, stärkt vor allem eines, nämlich den Zuckerspiegel des Käufers. "Du darfst"-Produkte, die sich in erster Linie an figur- und gesundheitsbewusste Frauen richten, fallen durch relativ hohe Salzgehalte auf. Und Nestlé versucht zwar, seinen "Fitness Fruits" mit dem Hinweis "garantiert 30% Vollkorn" einen gesunden Anstrich zu geben, vergisst aber zu erwähnen, dass die Frühstücksflocken auch mehr als 30 Prozent Zucker enthalten.
 
Sehen Sie sich im Einzelnen an, wie die Hersteller tricksen und mit welchen Versprechen sie arbeiten. Eine Fotostrecke mit Produktfotos und Ampelkennzeichnungen gibt es unter: http://www.foodwatch.de/e10/e13946/e16019/
 

MEDIENTIPP
Spiegel Online berichtet über die Ergebnisse der foodwatch-Recherche zu den vermeintlichen Wellnessprodukten: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,561960,00.html
 
MITMACHEN
Beteiligen Sie sich jetzt an der Mitmach-Aktion von foodwatch für die Ampelkennzeichnung. Ganz einfach den Protestbrief an Bundesminister Horst Seehofer und Politiker im Bundestag und im Europäischen Parlament abschicken
unter:

 
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Ihr foodwatch-Team

32 Beispiele, warum die Industrie die Ampel fürchtet

Posted by Petra Manske at 2008-06-26 10:55
23.05.2008

Im Rahmen einer eigenen Kampagne kämpfen die großen Lebensmittelkonzerne gegen die Ampelkennzeichnung. foodwatch zeigt, warum die beteiligten Unternehmen so große Angst vor der Ampel haben: Für ihre Frühstücksflocken und Kinderjoghurts würde es rote Punkte nur so hageln.

foodwatch hat 32 Kinderlebensmittel beispielhaft mit der Ampelkennzeichnung versehen. Ausgewählt wurden Produkte derjenigen Hersteller, die mit einer eigenen Initiative gegen die Ampelkennzeichnung kämpfen. Im Auftrag der Lebensmittelkonzerne macht eine eigens engagierte PR-Agentur unter dem Titel "Ausgezeichnet informiert" Werbung für die GDA-Kennzeichnung, die sich die Industrie ausgedacht hat. Mitglieder der Initiative sind unter anderem Coca-Cola, Danone, Kellogg's, Nestlé, PepsiCo und Unilever. foodwatch hat Produkte ausgewählt, die explizit als Kinderprodukte beworben oder häufig von Kindern gegessen werden, wie zum Beispiel Corn Flakes, Ketchup oder Fanta.

Kellogg's Chocos
Die bei Kindern so beliebten Kellogg's Frühstücksflocken bekommen bis auf zwei Ausnahmen durchweg rote Punkte für den Zuckergehalt. Die Schokoflocken "Chocos" bestehen zu mehr als einem Drittel aus Zucker.

Kellogg's Choco Krispies
Auch die "Choco Krispies" sind mit 36 Gramm Zucker pro 100 Gramm eine versteckte Süßigkeit, die zudem bemerkenswert viel Salz enthält.

Kellogg's Froot Loops
Die "Froot Loops" haben einen hohen Zuckergehalt von 25 Gramm pro 100 Gramm.

Kellogg's Frosties
Bei den normal gezuckerten "Kellogg's Frosties" schlägt Zucker mit 37 Gramm zu Buche.

Kellogg's Frosties mit weniger Zucker
Die geringer gezuckerte Variante der "Kellogg's Frosties" besteht noch zu einem Viertel aus Zucker und hat kaum weniger Kalorien als die voll gezuckerte.

Kellogg's Honey Loops
Der gesund anmutende Honig verhilft den "Honey Loops" zu einem Zuckergehalt von 34 Gramm pro 100 Gramm.

Kellogg's Kick
Kellogg's Kick enthält "sportliche" 26 Gramm Zucker auf 100 Gramm und mittel hohe Werte an Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz. Empfehlung: nur ab und zu essen.

Kellogg's Pops
Der Zuckergehalt der "Kellogg's Pops" ist so hoch, als würde eine von drei "Kellogg's Pops"-Kugeln aus reinem Zucker bestehen.

Kellogg's ZimZ
Wo Zimt draufsteht, ist vor allem Zucker drin: "Kellogg's ZimZ" bestehen zu mehr als einem Drittel aus Zucker.

Kellogg's Corn Flakes
Die klassischen Corn Flakes haben zusammen mit den Rice Krispies den niedrigsten Zuckergehalt, sie zeigen immerhin nur eine gelbe Ampel beim Zucker. Dafür enthalten sie vergleichsweise viel Salz.

Kellogg's Smacks
Den höchsten Zuckergehalt in dieser Produktschau weisen die "Smacks" von Kellogg's auf, die mit 43 Gramm pro 100 Gramm fast zur Hälfte aus Zucker bestehen.

Kellogg's Rice Krispies
"Rice Krispies" enthalten genauso viel Zucker wie die Corn Flakes und verdienen sich damit einen gelben Punkt. Den hohen Salzgehalt von 1,8 Gramm pro 100 Gramm erwarten aber sicherlich die wenigsten Verbraucher bei einem Frühstücksprodukt.

Fruchtzwerge (Danone)
Vorsicht Zucker: Fruchtzwerge sind keine gesunde Zwischmahlzeit, sondern eine Nascherei. Da hilft alle "Süße aus Früchten" nichts.

Fruchtzwerge weniger süss (Danone)
Auch "Fruchtzwerge weniger süß" sind wegen mittlerer Werte bei Fett, gesättigten Fettsäuren und Zucker nicht für die tägliche Ernährung geeignet.

Fruchtzwerge Drink Erdbeere (Danone)
Der "Fruchtzwerge Drink" enthält mehr Zucker als süße Coca-Cola.

Actimel Erdbeere (Danone)
Die angeblich immunstärkende Wirkung erkauft sich der Verbraucher mit einem hohen Zuckergehalt: Actimel besteht zu mehr als zehn Prozent aus Zucker.

Nestlé Choca Minis
"Mit wertvollem Vollkornweizen gebacken" und "viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe"? Mag sein. Die Ampel zeigt jedoch, dass die Kinder-Lebensmittel von Nestlé vor allem eines enthalten: viel Zucker.

Nestlé Chokella
Die "knusprigen 'Mini-Toasts'" sind kleine Zucker-Bomben.

Nestlé Cini Minis
Auch bei den "Cini Minis" soll eine "Vollkorn-Garantie" den hohen Zuckergehalt vertuschen.

Nestlé Cookie Crisp
Zucker scheint bei den "Cookie Crisps" von Nestlé ebenfalls eine Hauptzutat zu sein.

Nestlé Lion Cereals
Weder für Löwen, noch für Kinder geeignet: Flocken aus 35 Prozent Zucker.

Nestlé Nesquik
Zucker ist auch das Thema Nummer Eins beim "Nesquik"-Frühstück.

Nestlé Trio
Rein rechnerisch besteht einer der drei "Trio"-Brüder zu 100 Prozent aus Zucker.

Fanta Orange (Coca-Cola GmbH)
Bei sämtlichen Limonaden der Produktschau zeigt die Ampel wegen des hohen Zuckergehaltes Rot. Die Ausnahme: ein mit Süßstoffen versetztes Light-Getränk.

Mezzo Mix (Coca-Cola GmbH)
"Mezzo Mix" glänzt mit rund 10 Prozent Zuckergehalt.

Sprite (Coca-Cola GmbH)
"Sprite" kommt spritzig daher, ist aber zuckersüß.

Mirinda Orange (PepsiCo)
Mirinda Orange von PepsiCo trägt bisher keine GDA-Kennzeichnung.

Schwip Schwap Cola+Orange (PepsiCo)
"Schwip Schwap" von Pepsi enthält wie das Pendant von Coca-Cola viel Zucker.

Schwip Schwap Cola+Orange ohne Zucker (PepsiCo)
Schwip Schwap light bekommt als einziges Getränk der Produktschau einen grünen Punkt für den Zuckergehalt. Allerdings ist es mit Süßstoffen versetzt. Diese haben zwar keinen Nährwert, sind aber umstritten, weil sie als appetitanregend gelten.

Kraft Tomaten Ketchup
Kraft Tomatenketchup enthält viel Zucker und Salz - das bringt ihm bei der Ampel zwei rote Punkte ein. Eine GDA-Kennzeichnung trägt das Produkt bisher nicht.

Bifi (Unilever)
Die Mini-Salami "Bifi" von Unilever trägt nicht nur keine GDA-Kennzeichnung. Auf der Packung finden sich noch nicht einmal Angaben dazu, wie viel Salz, Fett und Zucker die Mini-Salami enthält.

Pfanni Kinder-Mahlzeit (Unilever)
Unilever verdient einen Sonderpreis für das besonders gekonnte Verstecken der Nährwert-Kennzeichnung. Wer die GDA auf den "Mini Knödeln", Teil einer "Pfanni Kinder-Mahlzeit", finden will, muss gründlich suchen: (s. nächstes Bild).

Gut versteckt: Die GDA-Kennzeichnung auf Pfanni-Knödeln
Auf der Suche nach den Nährwerten muss man die Tüte nicht nur umdrehen, sondern auch noch auf die Idee kommen, die Unterseite der Packung aufzufalten. Auf dem ebenfalls in der "Kinder-Mahlzeit" enthaltenen "Knorr Fix Würstchen Gulasch" wird man gar nicht fündig.

Zu viel Zucker in Kinderprodukten

So gut wie alle Kinderprodukte sind übersüßt: Nur zwei der 32 Lebensmittel bekommen in punkto Zuckergehalt eine grüne Ampel, eines davon, weil es mit Süßstoffen versetzt ist. 26 zeigen eine rote Ampel und sollten damit nur selten verzehrt werden. Den höchsten Zuckerhalt weisen die Kellogg's Smacks auf, die mit 43 Gramm pro 100 Gramm fast zur Hälfte aus Zucker bestehen. Interessant: Die klassischen Corn Flakes haben in der Gruppe der Fühstücksflocken zusammen mit den Rice Krispies den niedrigsten Zuckergehalt und zeigen immerhin eine gelbe Ampel.



Mitmach-Aktion

Fordern Sie Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer, die EU-Kommission und das EU-Parlament auf, sich in Deutschland und europaweit für die Einführung der Ampelkennzeichnung einzusetzen - jetzt online mitmachen!

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