foodwatch-Newsletter: Industrie und Politik verschweigen Acrylamid-Gehalt in Weihnachtsgebäck
Test: Große Unterschiede bei Acrylamidbelastung ===>>> foodwatch hat 18 Sorten Lebkuchen und Spekulatius auf Acrylamid getestet. Die Unterschiede in der Belastung sind gewaltig. Es gibt Lebkuchen, die fast kein Acrylamid enthalten. Andere sind mit 470 Mikrogramm pro Kilogramm belastet.
Hallo Leute,
wahrscheinlich werden auch Ihnen in den nächsten, vorweihnachtlichen Wochen vielerorts Lebkuchen und Spekulatius angeboten. Und im Grunde könntet Ihr bei einigen Produkten des traditionellen Weihnachtsgebäcks beruhigt zugreifen, denn diese sind nur gering mit der krebsverdächtigen Substanz Acrylamid belastet. Erstmals enthielten fast zwei Drittel der Lebkuchen, die foodwatch auf ihren Gehalt an Acrylamid in einem unabhängigen Labor untersuchen ließ, weniger als 50 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Vier von sieben getesteten Spekulatius wiesen hingegen deutlich höhere Werte als im letzten Jahr auf. Umso bedeutsamer ist, dass Verbraucher nicht erkennen können, welche Produkte wenig Acrylamid enthalten und welche hoch belastet sind. Die Hersteller müssen die Belastung mit der krebsgefährlichen Substanz nicht angeben, Verbraucher bleiben im Ungewissen.
foodwatch lässt seit 2002 Lebkuchen und Spekulatius auf ihren Acrylamid-Gehalt
testen. Ein Vergleich der Ergebnisse zeigt: Konsequent niedrige Werte sind
möglich. Alle Lebkuchen-Hersteller könnten heute Produkte mit weniger als 50
Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm anbieten. Das ist Stand der Technik. Dennoch
liegt der offizielle Signalwert des Bundesamtes für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit (BVL) seit fünf Jahren unverändert bei 1.000 Mikrogramm
Acrylamid pro Kilogramm für Lebkuchen. foodwatch fordert deshalb: Bundesminister
Seehofer sollte eine Acrylamid-Kennzeichnungspflicht vorschreiben und einen
Richtwert festsetzen, der sich an der bestmöglichen Praxis orientiert. Das sind
50 Mikrogramm, die von einigen Herstellern seit Jahren erreicht werden. Solch
ein Signalwert würde Verbraucher wirklich schützen.

Die vollständigen
Testergebnisse mit den aktuellen Werten für 2007, den Zahlen aus den vergangenen
Jahren, Produktfotos und Verlaufsgrafiken findet Ihr kostenlos zum Herunterladen
auf der foodwatch-Internetseite unter:
http://foodwatch.de/kampagnen__themen/acrylamid/weihnachtsgebaeck/testergebnisse_2007/
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